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Quelle:

Bundesfinanzhof
Art des Dokuments: Urteil
Datum: 22.11.2018
Aktenzeichen: V R 29/17

Vorinstanz:

FG Mecklenburg-Vorpommern
Art des Dokuments: Urteil
Datum: 18.05.2017
Aktenzeichen: 2 K 220/13

Schlagzeile:

Ermäßigter Umsatzsteuersatz für Eintritt in Eisskulpturen-Ausstellung

Schlagworte:

Ausstellung, Eintritt, Eintrittsberechtigung, Eismuseum, Ermäßigter Steuersatz, Ermäßigter Umsatzsteuersatz, Kunst, Kunstgegenstand, Kunstsammlung, Museum, Sonderausstellung, Steuersatz, Umsatzsteuer, Wanderausstellung

Wichtig für:

Steuerberater

Kurzkommentar:

Die steuersatzbegünstigte Eintrittsberechtigung für Museen erfasst auch Kunstsammlungen, die eigens für die Ausstellung zusammengestellt wurden.

UStG § 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 3, § 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a
MwStSystRL Art. 98 Abs. 1 und 2 i.V.m. Anhang III Kategorie 7

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Hintergrund: Die steuersatzbegünstigte Eintrittsberechtigung für Museen gilt auch für Kunstsammlungen, die eigens für die Ausstellung zusammengestellt wurden.

Der Kläger veranstaltete während der Wintermonate im Streitjahr 2010 zwei themenbezogene Ausstellungen mit Eisskulpturen, die von internationalen Künstlern eigens für die Ausstellung geschaffen und später witterungsbedingt zerstört wurden. Die Ausstellungen konnten gegen Eintrittsgeld besucht werden. Der Kläger begehrte die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes von 7 %. Finanzamt und Finanzgericht lehnten dies ab. Zwar handelte es sich bei den Eisskulpturen um Kunstgegenstände, es liege aber keine Sammlung vor, die für den Museumsbegriff vorausgesetzt werde. Der Kläger unterhalte keine eigene Sammlung, sondern stelle nur vorübergehend aus. Der ermäßigte Steuersatz nach § 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a des Umsatzsteuergesetzes sei daher nicht anzuwenden.

Demgegenüber hob der BFH das Urteil der Vorinstanz auf und gab der Klage statt. Danach umfasst die Eintrittsberechtigung für Museen auch den Eintritt zu einer Sammlung von Kunstgegenständen, die eigens für die Ausstellung und damit nur vorübergehend, nicht aber dauerhaft zusammengestellt wurden. Der BFH weist ausdrücklich darauf hin, dass es für die Steuersatzermäßigung nicht darauf ankommt, ob z.B. Sonderausstellungen komplett aus den Sammlungsbeständen anderer Einrichtungen oder privater Leihgeber zusammengestellt sind oder aber nur zu einem geringen Anteil aus der eigenen Sammlung bestückt werden. Die Entscheidung des BFH kann auch für sog. Wanderausstellungen von Bedeutung sein, die an unterschiedlichen Orten gegen Eintrittsgeld zugänglich sind.

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